Information der Eltern und Schülerschaft
Berlin, 22. April 2026
Insolvenz-Verwalter sieht keinen anderen Weg:
Unterricht nur noch bis zum Ende des Schuljahrs
Eltern, Lehrkörper, Schulverein, Geschäftsführung, Insolvenzverwaltung – wir alle haben – mit Unterstützung der Schulaufsicht - versucht, die Zahlungsunfähigkeit der Freien Georgschule in Spandau zu beheben. Doch die Hypothek der Vergangenheit ist zu groß: Angesichts überbordender Schulden, die erst Stück für Stück ans Licht der Wahrheit kamen, bleibt uns als Schulträger nur eine Lösung: Die Freie Georgschule muss zum Ende dieses Schuljahres ihre Pforten schließen.
"Letztlich hat sich gezeigt, dass gravierende Fehlentscheidungen der Vergangenheit uns die Zukunft der Schule gekostet haben!", stellt Vorständin Dr. Ina Döttinger fest. "Das haben wir uns alle anders gewünscht und für die 190 Kinder, die unsere Schule besuchen, anders gewollt" Warum ist es so gekommen?
Immobile als Schuldenfalle
Die Schließung der Freien Georgschule ist die Konsequenz von Fehlentscheidungen, die vor Jahren ein früherer Verantwortlicher quasi im Alleingang getroffen hatte. Die schwerwiegendste davon war der Neubau eines Schulgebäudes, der mit 14 Millionen Euro Kredit finanziert wurde. Was die damalige Geschäftsführung zu diesem riskanten Geschäft gebracht hat und mit welchen Zahlen sie damals operierte, verwundert die heutige Geschäftsführung ebenso wie den Insolvenzverwalter.
Tatsache ist: "Der Bau ist von Beginn an falsch dimensioniert und für unsere Schule auf Dauer nicht finanzierbar durchgezogen worden!", stellt Interims-Geschäftsführer Reinhard Braun fest. "Und dies geschah zudem offenbar ohne fundierte Information über das Vorhaben und seine Fakten an die Schulgemeinschaft!". Dass es in Berlin das Thema Gebäude für freie Schulen aller Trägerschaften besonders schwierig ist, hat vielleicht dazu beigetragen, dass hier riskanter geplant wurde, als es klug war.
Fluchtartig verschwand der damals verantwortliche Geschäftsführer im Oktober letzten Jahres. Uns als seinen Nachfolgern hinterließ er einen Scherbenhaufen, den wir immer noch erst mühsam aufräumen müssen. Dabei stellten wir als der neue Vorstand des Vereins und Interims-Geschäftsführung der Schule fest: Der Schulverein ist dermaßen überschuldet, dass unsere Schule auch bei bestem Willen nicht mehr weitergeführt werden kann. Auch mit dem Insolvenzverwalter konnte unter diesen Rahmenbedingungen kein Sanierungsplan umgesetzt werden. "Das ist für uns alle bitter" stellt Ina Döttinger fest. "Vor allem aber für unsere Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern!"
Unterricht bis Schuljahres-Ende
Der Schulbetrieb ist bis zum Ende des Schuljahres gesichert. Und auch die Betreuung im Ganztag und im Hort geht weiter. Der Insolvenzverwalter hat sich im Sinne der Familien und der Mitarbeitenden, aber auch auf dringenden Wunsch der Schulaufsicht, entschieden, ein abruptes Ende zu vermeiden. Das hätte die aktuellen Schwierigkeiten nur verstärkt.
Bei der Suche nach neuen Schulplätzen wird die Freie Georgschule zusammen mit der Schulaufsicht die betroffenen Familien nach Kräften unterstützen. Erste Angebote für freie Plätze an anderen Waldorfschulen in Berlin und Brandenburg liegen vor. Darüber und welche weiteren Optionen wir haben, werden wir die Schul- und Kitagemeinschaft in einer Schulversammlung informieren.
"Wir alle hatten uns erhofft, dass in unserer Georgschule Kinder und Jugendliche von der Kita bis zum Abitur ihren Bildungsweg gehen können", sagt Ina Döttinger. "Wir müssen leider feststellen: Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt!"
Ansprechpartner für Ihre Fragen:
Reinhard Braun, Geschäftsführung
Kontakt: braun@fgs.berlin